Eigenkapital
Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchten, dann können Sie dafür einen Kredit bei der Bank aufnehmen. Einen Teil der Investitionssumme sollten Sie allerdings auch aus eigenen Mitteln bezahlen können.
In welcher Höhe die Bank Eigenmittel fordert, hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem das persönliche Einkommen, die sonstigen Vermögensverhältnisse und die Art der Immobilie spielen eine Rolle. Generell gilt: Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto größer sind Ihre Chancen auf einen günstigen Kredit. 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme sollten Sie im Idealfall „auf der hohen Kante“ haben. Geringere Eigenmittel bedeuten tendenziell ein höheres Risiko für den Kreditgeber und somit auch höhere Zinsen.
Insbesondere viele Direktbanken bieten zwar sehr attraktive Finanzierungskonditionen, zumeist sind diese Darlehen aber auf 60 Prozent des Objektwertes beschränkt. Das bedeutet: Wenn der Kaufpreis nicht deutlich unterhalb des Schätzwertes liegt, müssen 40 Prozent der Summe auf anderem Wege aufgebracht werden. Es bietet sich beispielsweise eine Kombination aus Annuitätendarlehen und Bausparfinanzierung an, ergänzt durch möglichst viele eigene Mittel.
Wenn im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung von Eigenkapital die Rede ist, dann muss dieses Geld nicht immer bar vorhanden sein. Auch Bausparguthaben, Lebensversicherungen oder andere Sparverträge können in die Finanzierung einfließen. Eine besondere Möglichkeit eröffnet sich zudem für alle zukünftigen Immobilieneigentümer, die sich für einen Neubau entscheiden: Mit Eigenleistung lassen sich fehlende Ersparnisse zumindest teilweise kompensieren. Viele Banken akzeptieren die Arbeitskraft der Bauherren als Eigenkapitalersatz. Allerdings müssen die Fähigkeiten ebenso wie der mögliche Umfang der Eigenleistungen realistisch kalkuliert werden. Insbesondere im Bereich des Innenausbaus können Bauherren viel Geld sparen, wenn Sie selbst mit anpacken.
Eine Immobilienfinanzierung ganz ohne Eigenkapital ist allerdings auch mit einer hohen Eigenleistung kaum zu realisieren. Je mehr Geld man sich von der Bank leihen muss, desto höher wird zudem die monatliche Belastung. 100-Prozent-Finanzierungen bieten Kreditinstitute allenfalls Kreditnehmern mit erstklassiger Bonität an. Dazu können vermögende Kunden ebenso gehören wie Angestellte im Öffentlichen Dienst und Beamte. In diesem Fall gehen die Banken von einem deutlich reduzierten Ausfallrisiko aus und sind deshalb im Einzelfall bereit, Finanzierungen ohne Einsatz von Eigenkapital zu genehmigen. Für alle anderen Kreditnehmer gilt: Erst sparen, dann finanzieren.