Unterschiede zwischen Neubau und Altbau
Wenn Sie eine Immobilie suchen, dann standen Sie sicher auch schon vor der Frage: Sollte man besser ein bestehendes Objekt erwerben oder ein Haus neu bauen lassen? Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab, darunter die Lage und der Preis.
Natürlich spielen auch die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Während der eine den Charme älterer Häuser liebt, kann es für den anderen gar nicht modern genug sein. Aber auch der Preis ist von Bedeutung: Bestandsobjekte sind in aller Regel günstiger zu haben als Neubauten. Dafür erfordern Häuser aus zweiter Hand unter Umständen einige Renovierungen oder Sanierungen – Kosten, die zusätzlich zum reinen Kaufpreis anfallen.
Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich bei einem gebrauchten Objekt der Preis der Immobilie und damit die exakte Finanzierungssumme leichter ermitteln lassen. Käufer und Verkäufer einigen sich auf einen Kaufpreis, und das Haus wechselt den Besitzer. Bei einem Neubau hingegen können im Laufe der Bauzeit immer wieder Probleme auftreten, die den Preis in die Höhe treiben. Bauherren, die schlüsselfertig zum Festpreis bauen lassen, sind hier auf der sicheren Seite. Wer jedoch auf eigene Faust baut und die einzelnen Gewerke jeweils selbst vergibt, ist vor Überraschungen keineswegs geschützt. Und die können schon während der Erdarbeiten auftreten: Stellt sich heraus, dass der Boden anders beschaffen ist als gedacht und stößt der Bagger etwa auf festen Fels, wird es schnell deutlich teurer.
Gründe für steigende Kosten bei einem Neubau gibt es viele. Die Lösung ist indes fast immer dieselbe: Eine Nachfinanzierung muss her. Sowohl der Bauherr als auch die finanzierende Bank haben ein Interesse daran, das Haus möglichst schnell fertigzustellen. Der Käufer will rasch einziehen und so auch die Doppelbelastung mit Miete einerseits und Kreditraten andererseits beenden. Das Kreditinstitut braucht eine werthaltige, d.h. möglichst fertige und in jedem Fall bewohnbare Immobilie als Sicherheit für das Darlehen. Finanziert die Bank hingegen den Kauf einer bestehenden Immobilie, hat sie von Anfang an das Haus oder die Wohnung als Sicherheit.
Unterschiede zwischen Neubau und Altbau ergeben sich auch bei der Nutzung öffentlicher Mittel. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat eine Reihe von Förder- und Kreditprogrammen aufgelegt, die direkt über die finanzierende Bank angezapft werden können. Die meisten Programme sind aber an die Erfüllung energetischer Standards gebunden. Deshalb ist für ein entsprechend geplantes, energeieeffizientes Haus problemlos ein KfW-Darlehen mit besonders günstigen Zinsen zu bekommen. Wer eine gebrauchte Immobilie erwirbt, die aus energetischer Sicht nicht dem Stand der Technik entspricht, geht erst einmal leer aus. Er kann zwar Förderungen und verbilligte Kredite für die energetische Sanierung des Objektes beantragen. Die Finanzierung des reinen Kaufpreises muss aber ohne öffentliche Mittel gelingen.
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